Schlagwörter: Festung Europa

„No Afghanian, just Syrian and Irakian!“ – Rassismus und Willkommenspatriotismus schon an der Grenze

Die Lage von Flüchtenden aus Afghanistan hat sich Ende Februar auf den Kopf gestellt.

Bis dahin gehörten Afghan_innen, gleich Syrer_innen und Iraker_innen, zu jenen Flüchtenden, denen es möglich war als „legale“ und damit besser gestellte Flüchtende, die griechisch-mazedonische Grenze in Idomeni zu überqueren und auf dem entstandenen humanitären Fluchtkorridor Richtung „final destination“  Deutschland weiter zu “reisen“. Dass Mazedonien, wie auch Österreich, Slovenien und Serbien, sich um den 22. Februar dazu entschlossen, Afghan_innen nicht mehr passieren zu lassen, geht mit geführten Diskussionen darüber einher, Teile Afghanistans trotz langjährigem Krieg als sicher zu erklären.

Als sich Mazedonien entschloss, keine Afghan_innen mehr einreisen zu lassen, blockierten viele Afghan_innen den Grenzübergang und hielten die Blockade über Nacht aufrecht. Blockade Aktivist_innen berichteten uns, dass sechs von ihnen über den Zaun geklettert seien und daraufhin auf der mazedonischen Seite von Polizei und Militär abtransportiert wurden. Flüchtende aus Afghanistan wurden im Camp B selektiert. In den darauf folgenden Tagen wurden hunderte Afghan_innen aus dem Camp in Idomeni in Bussen gerüchteweise Richtung Athen und Thessaloniki abtransportiert, wo sie wahrscheinlich in Detention Centres und Gefängnissen eingesperrt wurden.

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Made in the EU: Zehntausende hängen vor der Grenze fest

P1140469kleinDie EU und die Türkei haben jetzt also auf einem weißen Blatt Papier beschlossen, dass „der irreguläre Strom der Migration auf der Balkanroute zu Ende“ gehen solle. Erst Slowenien, im Dominoeffekt danach auch Kroatien, Serbien und Mazedonien haben darauf hin offiziell die Grenzen geschlossen. In Idomeni war der Grenzübergang faktisch vorher schon verschlossen, die Polizei hat in den Tagen zuvor immer nur tröpfchenweise wenige passieren lassen.

Zuletzt warteten ca. 15.000 Menschen im Camp direkt an der Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland. Nach mehreren Tagen starkem Regen steht das Lager in Idomeni quasi unter Wasser und ist durch eine Glocke von dichtem, manchmal beißendem Qualm von unzähligen Lagerfeuern aus nassem Holz und Plastikmüll eingehüllt. Am Tag nach der formellen Grenzschließung standen bereits die ersten Busse am Camp, die Menschen zurück nach angeblich Athen bringen sollten. Die ersten gehen durch den Zwang der Situation, das ihr Warten auf einen legalen Grenzübertritt wohl ohne Hoffnung ist. Die meisten Anderen hadern noch und suchen nach neuen Wegen und Optionen.

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Sicherheitsapparat auf dem Wehrgang der Festung Europas

Bei unseren Beobachtungen im Camp Idomeni ist uns immer wieder aufgefallen, wie martialisch der Sicherheitsapparat jenseits des Grenzzauns auftritt. Deswegen wollen wir in diesem Artikel einmal zusammenfassen, mit welche polizeilichen und militärischen Machtmitteln hier versucht wird, die Flucht nach Europa zu unterbinden. Außerdem stellen wir hier dar, welche europäischen Polizeieinheiten die Festung Europa mit zu stützen versuchen und können damit Aussagen der österreichischen Regierung widerlegen.

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