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Diavata: Angelegt für die Dauer

IMG_1096Das Camp Diavata ist am Stadtrand von Thessaloniki gelegen. Das Gelände ist umzäunt und der Eintritt wird von Militär und Polizei kontrolliert. Es gibt einige schattenspendende Bäume, einen Fußballplatz und eine kleine Kapelle. In Diavata gibt es sowohl Zelte als auch etwas fester installierte kleine Hütten aus Plastik und Styropor. Das Camp wirkt auf Langfristigkeit angelegt. Viele Kinder spielen und basteln an Tischen, wo sie von NGO Volunteers betreut werden. Es gibt Sanitäranlagen und eiIMG_1102nen Raum nur für Frauen. In Diavata sind hauptächlich Afghan_innen und einige wenige kurdische Familien untergebracht. In einer Ecke des Camps leben auch syrische Geflüchtete. Ein Mann berichtete, dass seines Wissens nach ca. 3000 Menschen im Camp leben würden.

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„No Afghanian, just Syrian and Irakian!“ – Rassismus und Willkommenspatriotismus schon an der Grenze

Die Lage von Flüchtenden aus Afghanistan hat sich Ende Februar auf den Kopf gestellt.

Bis dahin gehörten Afghan_innen, gleich Syrer_innen und Iraker_innen, zu jenen Flüchtenden, denen es möglich war als „legale“ und damit besser gestellte Flüchtende, die griechisch-mazedonische Grenze in Idomeni zu überqueren und auf dem entstandenen humanitären Fluchtkorridor Richtung „final destination“  Deutschland weiter zu “reisen“. Dass Mazedonien, wie auch Österreich, Slovenien und Serbien, sich um den 22. Februar dazu entschlossen, Afghan_innen nicht mehr passieren zu lassen, geht mit geführten Diskussionen darüber einher, Teile Afghanistans trotz langjährigem Krieg als sicher zu erklären.

Als sich Mazedonien entschloss, keine Afghan_innen mehr einreisen zu lassen, blockierten viele Afghan_innen den Grenzübergang und hielten die Blockade über Nacht aufrecht. Blockade Aktivist_innen berichteten uns, dass sechs von ihnen über den Zaun geklettert seien und daraufhin auf der mazedonischen Seite von Polizei und Militär abtransportiert wurden. Flüchtende aus Afghanistan wurden im Camp B selektiert. In den darauf folgenden Tagen wurden hunderte Afghan_innen aus dem Camp in Idomeni in Bussen gerüchteweise Richtung Athen und Thessaloniki abtransportiert, wo sie wahrscheinlich in Detention Centres und Gefängnissen eingesperrt wurden.

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Situation in Idomeni eskaliert zunehmend: Tränengas und vermutlich getötetes Kleinkind

Dies ist eine Pressemitteilung, die wir heute verschickt haben:

Seit Tagen wirdP1130685klein die Situation im Grenzdurchgangslager in Idomeni für die flüchtenden Menschen zunehmend aussichtslos. Das Lager ist hoffnungslos überfüllt, UNHCR und Ärzte ohne Grenzen können die allgemeine Nahrungsversorgung nicht aufrecht erhalten und Menschen müssen auf dem Feld unter freiem Himmel schlafen. Weiterhin strömen täglich weitere Menschen in das Lager.

Verursacht wird die Situation durch die de facto Schließung des Grenzübergangs von Seiten Mazedoniens. Nachdem bereits letzte Woche keine Flüchtenden aus Afghanistan mehr ins Land gelassen wurden, war die Grenze in den letzten drei Tagen auch für Mennschen aus Syrien und Irak immer bloß kurzfristig und nur für wenige Personen geöffnet.

Am 27.02.2016 begannen daraufhin Proteste im Lager, bei denen zunächst ca. 500 Menschen vor dem Grenzübergang demonstrierten. Tags darauf blockierten Flüchtende den Güterverkehr auf den neben dem Lager entlang verlaufenden Gleisen den ganzen Tag über. Protestierende kündigten im Gespräch mit uns an, in den Hungerstreik treten zu wollen und die Gleise so lange zu blockieren bis der Grenzübergang wieder geöffnet würde. Nachdem die mazedonische Polizei angeboten hatte, täglich 500 Menschen passieren zu lassen, räumten die Blockierenden die Gleise.

Heute Vormittag erreichte die Flüchtenden die Nachricht, dass Mazedonien lediglich 65 Familien passieren lassen möchte. Daraufhin versammelten sich erneut hunderte Menschen auf den Gleisen und strömten durch eine Kette griechischer Polizeieinheiten in Richtung Grenzzaun. Vor dem Tor über die Gleise sammelten sich deutlich über 1 000 Menschen. Die Menge rammte zunächst mit einer Stange das Tor ein und hebelte danach das Tor mit einem Pfeiler aus den Angeln. In der Menge sammelten sich viele Familien mit kleinen Kindern, in der Hoffnung über die Grenze zu gelangen. Durch das geöffnete Tor schoss die mazedonische Polizei in den mit Menschen gefüllten Grenzbereich auf der griechischen Seite Schock- und Tränengasgranaten, was eine panische Flucht auslöste.

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Interviewausschnitte

Eine afghanische Migrantin aus dem Lager Diavata berichtet über Rassismus

In diesem Interview erzählt eine Afghanin über die Situation im Lager Diavata. Sie berichtet, wie die EU rassistische Spaltungen zwischen den verschiedenen Geflüchteten herbeiführt.

 

 

Ein Mann aus dem Lager Softex über die schlechte Situation

In diesem Interview berichtet ein Flüchtender, der im Lager Softex bei Thessaloniki festsitzt, über die schlechten Bedingungen in diesem Militärcamp.

 

 

Afghanischer Junge über die Lage von Afghan_innen im Camp in Idomeni

Ein Junge aus Afghanistan berichtet über die Lage von Flüchtenden aus Afghanistan im Camp in Idomeni und fragt, warum nur noch Syrer_innen und Iraker_innen die Grenze passieren können.

 

 

Eine Flüchtende aus Afghanistan über die Lage von afghanischen Refugees im Camp in Idomeni

In diesem Interview berichtet eine Flüchtende aus Afghanistan über den Aufenthalt in einem griechischen Gefängnis und die Diskriminierungen denen Flüchtende aus Afghanistan im Camp ausgesetzt sind.

 

 

Junger Kurde berichtet von Push-Back von Slowenien nach Idomeni

Ein Student aus Aleppo erzählt von seiner Flucht. Als er am Grenzübergang nach Slowenien von der Polizei gefragt wird, ob er zum Studieren nach Deutschland will, sagt er, dass er gerne sein Studium fortsetzen möchte. Darauf hin wird er abgewiesen, weil er kein Kriegsflüchtling sei, obwohl er vor dem Bürgerkrieg flieht. Er wird über Kroatien, Serbien und Mazedonien zurück nach Griechenland geschoben.

 

 

Gespräch mit einem kurdischen Flüchtenden

In diesem Gespräch berichtet ein aus Syrien geflüchteter Kurde von der Situation in Syrien und im Lager. Er sieht die Verantwortung für den Krieg in Syrien beim Westen und erzählt, dass niemand freiwillig hier her fliehen würde, wenn es diesen Krieg nicht gäbe.

 

 

Gespräch mit einem aus Syrien geflüchteten Journalisten

In diesem Gespräch berichtet ein Flüchtender vom Krieg in Syrien, seiner Fluchtgeschichte und vergleicht dieses Camp mit einem Gefängnis, das für ihn schlimmer ist als der Krieg.

 

 

Gespräch mit einem Vater, der mit seinen Kindern vor dem IS geflohen ist

In diesem Gespräch berichtet ein Flüchtender von der Verfolgung erst durch den IS, dann durch Al Nusra. Er erzählt uns außerdem, dass seine Familie aus Palästina geflohen ist, er nun aus Syrien fort muss und endete mit der Frage, ob seine Kinder nicht vielleicht auch einmal aus Deutschland werden fliehen müssen.

 

 

Junger Flüchtender warnt vor weiteren Folgen von geschlossenen Grenzen

In diesem Gespräch erzählt uns ein junger Flüchtender von den zum Teil auch ökonomischen Zwängen, die dazu führen würden, dass sich Menschen, im Falle eines Push-Backs nach Syrien, dem IS anschließen müssten.