Update: Yallah – Auf ein Neues

Im vergangenen März waren wir für einige Wochen in Idomeni in Griechenland, um dort Flüchtende auf ihren Wegen zu unterstützen. Eine lange Zeit haben wir mit der Aufarbeitung der Materialien wie Interviews, Fotos und Videos verbracht und in letzter Zeit einige Vorträge versehen mit von uns aufgenommenen Materialien und Aufnahmen von vor Ort gehalten.

Jetzt geht es für uns wieder los, denn die Situation der über 40.000 Menschen, die seit der offiziellen Schließung der sogenannten Balkanroute in Griechenland festhängen, hat sich dadurch keineswegs verbessert. Nach der Räumung des Camps in Idomeni wurden viele Menschen in andere Camps gebracht und berichten von unwürdigen Verhältnissen dort. Wir möchten uns ein Bild von der Lage vor Ort machen und Flüchtende wo wir können und wie wir können unterstützen.

Auf unserer letzten Fahrt haben wir gemerkt, dass es viel effektiver ist mit einem gut gedeckten Spendenkonto unterwegs zu sein, als Sachspenden mitzubringen. Wenn ihr gerne direkte Unterstützung für Flüchtende leisten wollt und sicher sein möchtet, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird, würden wir uns sehr über Euren finanziellen Support freuen. Für die öffentliche Spendensammlung nutzen wir das Betterplace-Konto einer befreundeten Gruppe: https://www.betterplace.org/de/projects/37084-unabhangige-hilfe-fur-fluchtende-auf-der-balkanroute

Ihr könnt uns aber auch gerne eine Mail schreiben und wir schicken euch die Daten für unser eigens für die Fahrt eingerichtetes Spendenkonto. (Travelling.bureau@riseup.net)

Neue Soli-Shirts und Taschen

Die neuen Soli-Shirts (Größen XS-XXL, talliert und untalliert) und Leinentaschen mit dem persischen Schriftzug „No Border,P1140674KLein no Nation“:    هیچ مرز هیچ ملیت  sind fertig!

Der Erlös der Shirts wird in das Projekt fließen. Ihr könnt sie im Roten Buchladen, im Nikolaikirchhof, für 12€+ Spende pro Shirt und 8€+Spende pro Beutel bekommen.

 

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The new solidarity t-shirts (Size XS-XXL) and bags with the slogan „No Border, no Nation“ in Persian, هیچ مرز هیچ ملیت are now produced.

Profits will also be used for the project. You can buy the Shirt for 12€+ donation and a bag vor 8€+ donation at the „Roter Buchladen“, Nikolaikirchhof.

 

 

Berichte von der „Balkanroute“

Dienstag 21. Juni. 20 Uhr. Weltladen. Göttingen.
Vortrag: Bericht von der Balkanroute

Im Februar und März diesen Jahres waren wir mit einer Gruppe von vier Leuten in Griechenland, um dort Flüchtende auf ihrem Weg zu supporten und uns selbst ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. In dem Zeitraum unseres Aufenthaltes spitzte sich die Lage in Griechenland zu. Immer mehr Menschen wurden durch die europäische Grenz- und Migrationspolitik in die Illegalität gedrängt und mussten von da an gefährlichere und riskantere Wege wählen. Gleichzeitig steigerten sich die Refugee-Proteste im Camp von Idomeni von Tag zu Tag, bis hin zu Versuchen, die Grenze gemeinsam zu stürmen. In der Veranstaltung würden gerne einige unserer Erfahrungen und Eindrücke mit euch teilen und über weitere Perspektiven und Handlungsoptionen sprechen. Auf der Veranstaltung wird es zudem eine Foto-Audio-Video-Installation mit Aufnahmen von vor Ort geben.

Auf der Veranstaltung wird es zudem eine Foto-Audio-Video-Installation mit Aufnahmen von vor Ort geben.

 
Samstag 18. Juni. 12 Uhr. Festival contre le racisme. Asta Raum 1.
Vortrag und Workshop: Handlungsmöglichkeiten zu Zeiten der Abschottung Europas

Bei dem diesjährigen Festival contre le racisme würden wir gerne einige unserer Erfahrungen und Eindrücke von der Balkanroute mit euch teilen, sowie mit euch über Perspektiven, Handlungsstrategien und Interventionsmöglichkeiten zu Zeiten der Abschottung der Festung Europa diskutieren.

Auf der Veranstaltung wird es zudem eine Foto-Audio-Video-Installation mit Aufnahmen von vor Ort geben.

Wir sind zurück – weiter gehts!

Seit dem letzen Wochenende sind wir nicht mehr vor Ort in Idomeni. Jetzt brauchen wir ein paar Tage Pause und werden uns überlegen, wie es für uns weiter geht. Wir haben noch viele Interview- und Filmaufnahmen, die teils bearbeitet und übersetzt werden müssen und für die wir nach geeigneten Präsentationsformen suchen werden.

Auch wenn wir erstmal nicht direkt an der Grenze vor Ort sind, endet unsere Auseinandersetzung mit dem Thema hier nicht: Politische Diskussionen und Aushandlungen hier vor Ort hängen mit der Situation an den Grenzen, wie in Idomeni und entlang der Balkanroute zusammen. Wie wir bereits geschrieben haben ist die Festung Europa ein gesamt-europäisches Projekt, was sich darin äußert dass an der mazedonischen Grenze internationale Polizei steht und auch aus verschiedenen Ländern entlang der Route Push-Backs stattfinden. Das Thema mag hier weniger offen sichtbar sein, dennoch finden auch hier Abschiebungen statt und es werden Entscheidungen getroffen, die sich auf die Lage in Idomeni ausüben.

Ein Blick auf unseren Blog dürfte sich also auch in den nächsten Wochen nochmal lohnen: Wir halten euch auf dem Laufenden, wie es für uns weiter geht!

„No Afghanian, just Syrian and Irakian!“ – Rassismus und Willkommenspatriotismus schon an der Grenze

Die Lage von Flüchtenden aus Afghanistan hat sich Ende Februar auf den Kopf gestellt.

Bis dahin gehörten Afghan_innen, gleich Syrer_innen und Iraker_innen, zu jenen Flüchtenden, denen es möglich war als „legale“ und damit besser gestellte Flüchtende, die griechisch-mazedonische Grenze in Idomeni zu überqueren und auf dem entstandenen humanitären Fluchtkorridor Richtung „final destination“  Deutschland weiter zu “reisen“. Dass Mazedonien, wie auch Österreich, Slovenien und Serbien, sich um den 22. Februar dazu entschlossen, Afghan_innen nicht mehr passieren zu lassen, geht mit geführten Diskussionen darüber einher, Teile Afghanistans trotz langjährigem Krieg als sicher zu erklären.

Als sich Mazedonien entschloss, keine Afghan_innen mehr einreisen zu lassen, blockierten viele Afghan_innen den Grenzübergang und hielten die Blockade über Nacht aufrecht. Blockade Aktivist_innen berichteten uns, dass sechs von ihnen über den Zaun geklettert seien und daraufhin auf der mazedonischen Seite von Polizei und Militär abtransportiert wurden. Flüchtende aus Afghanistan wurden im Camp B selektiert. In den darauf folgenden Tagen wurden hunderte Afghan_innen aus dem Camp in Idomeni in Bussen gerüchteweise Richtung Athen und Thessaloniki abtransportiert, wo sie wahrscheinlich in Detention Centres und Gefängnissen eingesperrt wurden.

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Made in the EU: Zehntausende hängen vor der Grenze fest

P1140469kleinDie EU und die Türkei haben jetzt also auf einem weißen Blatt Papier beschlossen, dass „der irreguläre Strom der Migration auf der Balkanroute zu Ende“ gehen solle. Erst Slowenien, im Dominoeffekt danach auch Kroatien, Serbien und Mazedonien haben darauf hin offiziell die Grenzen geschlossen. In Idomeni war der Grenzübergang faktisch vorher schon verschlossen, die Polizei hat in den Tagen zuvor immer nur tröpfchenweise wenige passieren lassen.

Zuletzt warteten ca. 15.000 Menschen im Camp direkt an der Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland. Nach mehreren Tagen starkem Regen steht das Lager in Idomeni quasi unter Wasser und ist durch eine Glocke von dichtem, manchmal beißendem Qualm von unzähligen Lagerfeuern aus nassem Holz und Plastikmüll eingehüllt. Am Tag nach der formellen Grenzschließung standen bereits die ersten Busse am Camp, die Menschen zurück nach angeblich Athen bringen sollten. Die ersten gehen durch den Zwang der Situation, das ihr Warten auf einen legalen Grenzübertritt wohl ohne Hoffnung ist. Die meisten Anderen hadern noch und suchen nach neuen Wegen und Optionen.

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Brutal revenge against protesters: Police violence at the Greek-Macedonian border

[Deutsche Version unten]

Brutal revenge against protesters: Police violence at the Greek-Macedonian border
Macedonian Officials abuse participants of refugee protests in Idomeni

A report from Travelling Bureau and Moving Europe

After a series of protests in the (refugee) camp in Idomeni, GR , during the night of the 3rd to the 4th of March 2016, at around 2 AM, at least two people were beaten up by the Macedonian military as well as by the police. According to eyewitness reports, the incident happened directly at the border fence, visible to many refugees and where several were forced to watch. According to the survivors, beatings also took place behind the official containers at the border crossing. At least one of the victims were a central figure of the ongoing refugee protests of the past days in the camp of Idomeni.

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Idomeni: Erneut Schienenblockaden und zunehmend schlechtere Stimmung

160303_ÜberblickBlokadeErneut blockierten heute Flüchtende die Gleise und legten für mehrere Stunden den durch das Camp führenden Schienenverkehr zwischen Griechenland und Mazedonien lahm. Sie malten Transparente auf denen „Were slowly dying here“ und „Freedom“ zu lesen war und errichteten zudem einige Zelte mitten auf den Schienen.

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