Mit Flüchtenden auf dem Weg: Ein Reisebericht aus Idomeni und Nordgriechenland

lueneburg_travellingbureau

Mittwoch, 7. Dezember 2016, 20 Uhr
Infocafé Anna&Arthur, Katzenstraße 2, Lüneburg

Wir werden in der Veranstaltung mit Fotos, Videoausschnitten und Kurz-Interviews von Flüchtenden aus Idomeni (Feb/März 16) und Nordgriechenland (Juli 16) über die Kämpfe entlang der „Balkanroute“ berichten und mit euch über Handlungsoptionen diskutieren.

 

Veranstalter_innen: Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen, Infocafé Anna&Arthur und die Gruppe Solidarität mit Migrant*innen

 

Die von tausenden Flüchtenden in kollektiven Kämpfen geöffnete so genannte „Balkanroute“ hatte im letzten Jahr viele Hoffnungen darauf aufkeimen lassen, dass die Festung Europa immer rissiger wird. Das Dublin-System lag kurzzeitig am Boden, immer mehr Flüchtende machten sich auf den Weg nach Europa und ein ganzer humanitärer Korridor durch Osteuropa war entstanden. Doch die Festung wusste zurück zu schlagen.

Wir waren im Februar und März, genau zur offiziellen Schließung der „Balkanroute“, in Idomeni und haben vor Ort viele Proteste, Blockaden und einen zurück geschlagenen Grenzdurchbruch begleitet. Die Festung Europa konnte zunächst in humanitären Bündnissen Ordnung und Kontrolle entlang der Route wieder herstellen und dann mittels geschickt zwischen die Flüchtenden eingetriebener Spaltkeile eine Bewegung ausbremsen und letztlich zum Erliegen bringen. Wir waren ein zweites Mal Mitte Juli in Nordgriechenland, nach der Zerschlagung und Aufsplittung der Refugee-Bewegung von Idomeni auf viele kleine Lager. Auch wenn noch immer Tausende auf illegalisierten Wegen unterwegs sind ins Herz Euopas, sitzen heute über 50.000 Menschen in Zeltstädten und Lagern in ganz Griechenland fest – scheinbar der Versuch, diese Menschen in der Perspektivlosigkeit zu zermürben, ihnen gerade das Überlebenswichtige hinzuwerfen und das als humanitäre Katastrophenlösung zu zelebrieren. Diese selbst herbeigeführte Mangel- und Krisensituation wird verwaltet von EU und NGOs, die Selbstbestimmung und -organisierung der Flüchtenden verhindern und Flüchtende in den Lagern in eine Abhängigkeits- und Mangelsituation abdrängen, deren Auswirkungen sich über mehrere Generationen ziehen wird.

Wir möchten während der Veranstaltung gerne Spenden sammeln für die sich im Lager Lagkadikia, GR, organisierende Gruppe „Jafra in Greece – Refugees to Refugees“. Jafra braucht einen Bus, um ihr Konzept von Selbstorganisierung auch in die verschiedenen anderen Camps in Griechenland weiter tragen zu können.

Veranstalter_innen: Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen, Infocafé Anna&Arthur und die Gruppe Solidarität mit Migrant*innen

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