Diavata: Angelegt für die Dauer

IMG_1096Das Camp Diavata ist am Stadtrand von Thessaloniki gelegen. Das Gelände ist umzäunt und der Eintritt wird von Militär und Polizei kontrolliert. Es gibt einige schattenspendende Bäume, einen Fußballplatz und eine kleine Kapelle. In Diavata gibt es sowohl Zelte als auch etwas fester installierte kleine Hütten aus Plastik und Styropor. Das Camp wirkt auf Langfristigkeit angelegt. Viele Kinder spielen und basteln an Tischen, wo sie von NGO Volunteers betreut werden. Es gibt Sanitäranlagen und eiIMG_1102nen Raum nur für Frauen. In Diavata sind hauptächlich Afghan_innen und einige wenige kurdische Familien untergebracht. In einer Ecke des Camps leben auch syrische Geflüchtete. Ein Mann berichtete, dass seines Wissens nach ca. 3000 Menschen im Camp leben würden.

Wir unterhielten uns mit einer Gruppe von Frauen, die allesamt aus Kabul geflohen sind. Erschüttert berichteten sie uns von einem heftigen Anschlag, der am Vortag in Kabul stattgefunden hatte und einige ihrer Familienmitglieder, die nicht geflohen waren, in den Tod gerissen hätte. Sie selber seien seit ungefähr 5 Monaten in Griechenland. Viele von ihnen sind direkt aus Athen hierher gebracht worden und waren nie in Idomeni.

Eine afghanische Frau berichtet aus dem Lager

IMG_1104 Ein Mädchen berichtet uns, dass es hier zwei mal in der Woche Schule für Mädchen und zwei Mal Unterricht für Frauen gäbe. Dort lernt sie Englisch. Die Gruppe berichtete, dass das Essen in Ordnung sei, aber sie nicht wissen, was mit ihnen geschehen wird. Zudem betonten sie häufig Ungerechtigkeiten und dass es ihnen als Afghan_innen viel schwerer gemacht würde, als beispielsweise Syrer_innen.

IMG_1120Die Gruppe berichtet ebenfalls von dem Feuer, das vor einiger Zeit hier im Lager ausgebrochen war und schlimm gewütet hatte, Viele Zelte wurden zerstört, es gab eine große Panik und viele wurden durch die Hitze und den Rauch verletzt. Auch eine syrische Kurdenfamilie, mit der wir uns später unterhalten, hat von dem Relocation Programm noch nie gehört.

IMG_1126Wir bekamen ebenfalls mit, wie ein junger Mann einen epileptischen Anfall hatte. Seine Freunde hielten ihn fest, kümmerten sich um ihn und legten ihn auf ein Feldbett. Sie berichteten, dass das auf Grund der Hitze einigen Menschen mehrfach am Tag passieren würde, aber es niemanden kümmern würde und keine medizinische Hilfe bereitstünde. Ihrem Freund bliebe nichts anderes übrig, als seine täglichen Krampfanfälle auszuhalten und hinterher eine Stunde erschöpft zu schlafen. Innerhalb einer halben Stunde bekamen wir von zwei weiteren epileptischen Anfällen in der engen Zeltstadt mit.

In Diavata befinden sich all jene, für die das Relocation Programm nicht gedacht zu sein scheint. Alles an diesem Lager ist auf eine erschreckende Langfristigkeit angelegt.

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