Lagkadikia: Selbstorganisierung Jafra-Team Greece „Refugees to Refugees“

IMG_0967Das Lager Lagkadikia befindet sich ca 40 Minuten östlich von Thessaloniki mit dem Auto entfernt. Das Camp wird von dem UNHCR und dem Ministry of Migration Greece geleitet. Auch das Danish Refugee Council ist vor Ort. Militär und Polizei kontrollieren mit einigen Personen den Eingang. Das Lager Lagkadikia liegt einen Kilometer Fußmarsch entfernt von dem kleinen Dorf Lagkadikia, in dem es außer einem kleinen Supermarkt und kleinen Cafés nichts gibt. Das Gelände ist umzäunt und ein extra hoher Zaun schützt die Bürocontainer des Ministry of Migrtion und des UNHCR. Die meisten der Zelte sind der prallen Sonne ausgesetzt und es gibt nur wenig Schatten. Große Müllberge türmen sich im Lager und viele der Wasserhähne funktionieren nicht permanent. Eine Familie erzählt uns, dass sie lieber selber ihr Essen kaufen und kochen, da die Nahrungsmittel, welche ihnen vom UNHCR bereitgestellt werden, nicht gut seien. IMG_0968

Doch gibt es keine richtige Kochstelle, die sie benutzen können. Verteilt auf dem Gelände befinden sich kaputte Gebäude ohne Türen und Fenster, teilweise ohne Dach. An die größtenteils leeren Gebäude steht gesprayt, für welchen Zweck das Gebäude genutzt werden könnte. Es gibt ein Gebäude, in dem eine Schule eingerichtet wurde. Einige Bewohner_innen berichten uns, dass das Danish Refugee Council keine wirkliche Hilfe darstelle und auch der UNHRC mit Ausnahme der Registrierung Neuankommender, nichts tue, um die Situation der hier eingepferchten Menschen zu verbessern.

IMG_0971Einige Bewohner_innen berichteten uns, dass sie schon seit vier bis sechs Monaten in Griechenland seien und vor ca. einem Monat in Idomeni geräumt und dann hierher gebracht wurden.

Eine junge Syrerin berichtet uns, dass sie schon eine Zeit lang Jura in Syrien studiert hatte, bis der Krieg kam und sie und ihre Familie gezwungen waren ihr zu Hause zu verlassen. Ihre Schwester hatte ein Medizinstudium begonnen. Nun hoffen sie, dass sie bald ihr Studium – vielleicht in Deutschland – fortsetzen können. Der Vater der Beiden berichtete, dass seine größte Sorge sei, dass seine Kinder ihre Ausbildungen und ihr Studium für eine lange Zeit nicht mehr fortsetzen können und dass ihnen dadurch die Chance auf eine gute Zukunft genommen wird. Sie würden bereits merken, dass sie vieles, was sie gelernt haben, durch das ewige Warten und Ausharren wieder vergessen.

13177954_493820637469794_6856002266377904483_nIn Lagkadikia sind wir der Refugee-Selbstorganisierung „Jafra in Greece – Refugees to Refugees“ begegnet. Diese Organisation hatte bereits einige Jahre in Syrien wichtige Unterstützungsarbeit in den palästinensischen Flüchtlingslagern geleistet. Ein Aktivist der Organisation berichtete uns, dass er nun selber zu der Flucht aus Syrien gezwungen und dann in das Lager von Lagkadikia gekommen ist. „Jafra“ hat im Camp bereits eine eigene medizinische Versorgung, eine therapeutische Betreuung und psychosoziale Unterstützung für traumatisierte Kinder, ein Technik-Team zum Beheben von Problemen und eine Schule  aufgebaut.Sie wollen eigene Strukturen aufbauen, um selbst an der Verbesserung ihrer eigenen Situation mitzuarbeiten, das ewige Nichtstun und die Abhängigkeit zu beenden und die eigenen Fähigkeiten und Ressourcen zu nutzen. Inzwischen haben sich bereits 35 Bewohner_innen „Jafra“ angeschlossen. Jafra kann die Bedürfnisse und Forderungen der Bewohner_innen den Betreibern des Lagers gegenüber anbringen und hat inzwischen einige eigene Container im Lager.

Täglich berichten sie auf ihrer Facebook-Seite über die täglichen Ereignisse im Camp und welche Projekte am Tag von ihnen durchgeführt wurden. Hier der Link:

Jafra Team in Greece

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Hier die auf Facebook veröffentlichte Selbstdarstellung:

„We are a group of 8 civil activists who used to work with afflicted people inside Syria and Lebanon. We were gathered in Idomini Camp at the Macadonian borders. The fact that people are in critical need of emergency interventions especially that the children needs are rapidly escalating, urged us to start up an initiative. Considering our past experience in psychosocial support program, we started providing psychosocial support and awareness sessions to children of ages 6-15 years. Luckily we received a small aid with few tools, yet the fact that we are refugees working with refugees is challenging. We opened the school tent in Idomini Camp where we worked for three weeks prior moving to Lakathia Camp which is under the supervision of UNHCR in time when no other organization is operating inside the camp. We hope to be able to engage also youth and adults with the same activities. Lakathia Camp needs cleaning services regarding that there is no service provision inside the camp. Thus we are trying to fill the gap and keep the humanitarian standards maintained.

Contact at +30 694 898 7931
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نحن مجموعة تتألف من 8 نشطاء مدنيين حيث كنا نعمل مع اللاجئين في سوريا ولبنان. اجتمعنا كمجموعة في مخيم ايدوميني على الحدود المقدونية الذي يوجد فيه حاجة كبرى لتدخلات طارئة وخصوصاً أن حاجات الأطفال تتزايد. حالة المخيم هذه دفعتنا الى القيام بمبادرة وبما أننا نملك خبرة سابقة في برنامج الدعم النفسي، بدأنا بتقديم جلسات دعم نفسي وتوعية لأطفال تبلغ أعمارهم ما بين 6و15 سنة. كنا محظوظين بحصولنا على دعم صغير لبعض المستلزمات البسيطة ولكننا نواجه تحديات كبيرة خاصة أننا لاجئون نعمل مع لاجئين. انشأنا خيمة كمدرسة في مخيم إيدوميني حيث قدمنا الجلسات لمدة 3 أسابيع قبل انتقالنا لمخيم لكاثيا الذي هو تحت اشراف الUNHCR ولكن ليس هناك أي منظمة أخرى تعمل في المخيم. نأمل أن نشارك الشباب والبالغين أيضاً في هذا النوع من الأنشطة. مخيم لكاثيا بحاجة لخدمات نظافة حيث أنه يفتقر من أي تقديم للخدمات ومن هنا نحن نريد أن تلبية الحاجة الموجودة عبر تقديم المساعدة للاجئين كمحاولة للحفاظ على المستوى الإنساني لهم.

رقم للتواصل: +30 694 898 7931

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