Proteste und Blockaden in Idomeni

Gestern sind wir in Idomeni angekommen. Wir kamen erst sehr spät abends im Camp an und der Grenzübergang war zu diesem Zeitpunkt für alle Refugees geschlossen.

Idomeni_220216Nachdem gestern auch Afghan_innen nicht mehr über den Grenzübergang gelassen wurden und diese in einen extra Bereich (Bereich B) im Camp selektiert wurden, gab es Proteste von afghanischen Refugees. Berichten zufolge haben sich um die tausend Menschen daraufhin von der Tankstelle (Eko Station) in Polykastro Richtung Grenzübergang in Idomeni aufgemacht. Im Camp selber versuchten afghanische Refugees über den Grenzübergang zu kommen.

Nachdem sie nicht üIdomeni_BlockadeAfghans_220216ber die Grenze gelassen wurden, blockierten sie den Übergang und rissen Zäune im Camp ein. Einige Blockade-Aktivist_innen erzählten uns, dass sechs von ihnen über den Grenzzaun geklettert und gesprungen sind und daraufhin auf der mazedonischen Seite von Polizei und Militär gefangen genommen und abtransportiert wurden. Wir und ihre Freund_innen konnten gestern nicht herausfinden, wohin sie verschwunden sind. Als wir gestern in der Nacht das Camp wieder verließen, hielten einige Aktivist_innen die Blockade noch IdomeniBloacke_220216immer aufrecht. Wir haben gestern Militär und Polizei in verschiedenen Uniformen aus verschiedenen Ländern gesehen.

 

 

 

 

Auf dem Weg nach Idomeni hielten wir an der Tankstelle in Polykastro (ca. 20 km vor Idomeni), wo nach Schätzungen von Refugees derzeit ca. 2000 Menschen festhängen und warten, bis sie nach Idomeni gelassen werden. Hier haben UNHCR und Ärzte ohne Grenzen eine Campstruktur aufgebaut und unabhängige Aktivist_innen stellen eine Soliküche. Refugees erzählten uns, dass ihnen von den Busfahrer_innen gesagt wurde, sie müssten hier eine Woche warten, bis sie weiter nach Idomeni können, da das Lager dort überfüllt ist. Nach ihrer Information befinden sich dort derzeit ca. 5000 Menschen. Das Lager in Idomeni war ursprünglich für 1.500 Personen ausgelegt.

 

Spät ist es gestern Treckerblockade_220216für uns auch geworden, weil wir auf unserem Weg von der Fähre nach Idomeni an Autobahnblockaden von griechischen Landwirt_innen hängen geblieben sind, die nach wie vor gegen die Sparpolitik der Troika protestieren. Die Zeit hatten wir gerne 😉

 

 

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