Yallah – Auf gehts!

(English version below)

Wer sind wir?

Wir sind vier Freund_innen aus Göttingen und werden Ende Februar für drei Wochen auf die sogenannte Balkanroute fahren. Wir möchten uns auf der Hauptfluchtroute vor Ort selbst ein Bild von der Situation der Flüchtenden machen und sie, wo wir können, unterstützen.

Warum?

Seit dem letzten Spätsommer beschäftigen uns alle Nachrichten über Menschen, die vor Verfolgung, Krieg und Elend geflüchtet sind und alles zurücklassen mussten. Hier angekommen, müssen sie in Turnhallen und Lagerhallen übernachten, da die Flüchtlingsunterbringungen überbelegt waren und nach wie vor sind. Bald schon wurde politisch darüber diskutiert, wo die „Obergrenze“ liegen würde. Dass Menschen allerdings schon seit Jahren zu Tausenden in überfüllten Flüchtlingslagern im Libanon, der Türkei und zunehmend auch in Südeuropa leben mussten, wurde in der Debatte weitgehend ausgeblendet. Seit einiger Zeit nun werden in Mazedonien, Serbien und Kroatien nur noch Syrer_innen, Iraker_innen und Afgahn_innen als „legitime“ Flüchtlinge über die Grenzen gelassen, um die Migration durch einen „Filter“ abzubremsen. Das erhöht allerdings lediglich die Zahl derer, die illegalisiert auf den Fluchtrouten unterwegs sind und deren Situation daher noch prekärer wird. Bereits vorher waren nicht ausreichend humanitäre Hilfestrukturen auf dieser Route vorhanden: Menschen mussten teilweise tagelang in der Schlange im Freien stehen, um sich registrieren zu lassen und weiter reisen zu können. In den Lagern auf der Balkanroute fehlt es buchstäblich an allem, von warmer Kleidung, Medikamenten bis hin zu Trinkwasser.

Was haben wir vor?

Unser Plan ist es, Flüchtende bereits auf den schwierigen Wegen, die sie zurücklegen, zu unterstützen und nicht erst, wenn sie hier angekommen sind. Dabei möchten wir zudem Eindrücke sammeln, festhalten und dokumentieren.

Wir möchten mit unserer Reise erstens unsere Komfortzone verlassen und unsere eigene Situation zu Hause, in der sogenannten „Flüchtlingskrise“, durch Erfahrungen mit Menschen auf deren Fluchtweg relativieren. Und zweitens Menschen, die einem grundlegenden Menschenrecht, dem Recht auf Asyl nachgehen, in ihrer Selbstorganisation und Handlungsfähigkeit unterstützen.

Dazu werden wir die nötige Ausrüstung mitnehmen, um Wlan und auch einige Computer bereitstellen zu können. Für Flüchtende ist der Zugang zum Internet von enormer Wichtigkeit, da sie sich so über weitere Fluchtrouten informieren und vor allem Kontakt zu Freund_innen und Verwandten halten können.

Wohin geht es?

Die Fluchtrouten ändern sich ständig und damit auch die Orte, an denen Unterstützung besonders gebraucht wird.

Konkrete Planungen, wo es für uns hingehen wird, gestalten sich aufgrund dieser, sich stets wandelnden Situation, im Voraus schwierig und es lässt sich nur mutmaßen, welche Orte gegen Ende Februar „Hotspots“ sein werden. Deshalb möchten wir gerne flexibel sein und uns in dem von uns festgelegten Radius bis Griechenland, den aktuellen Entwicklungen nach, angepasst bewegen können.

Derzeit sind wir dabei Kontakte mit Unterstützer_innen vor Ort aufzubauen und uns mit verschiedenen Organisationen und Strukturen zu vernetzten. Auch stehen wir in engem Kontakt mit anderen Gruppen aus Göttingen, die bereits in der Gegend unterwegs waren und Erfahrungen gesammelt haben.

Was wird gebraucht?

An der nötigen Zeit und Motivation zur Umsetzung unseres Plans mangelt es nicht, aber um vor Ort konkret Menschen unterstützen zu können, brauchen wir Spenden.

Alle Berichte von Unterstützungsinitiativen vor Ort sagen einhellig, dass es keinen Sinn ergibt, große Mengen an Hilfsgütern mitzubringen, da Decken, winterfeste Klamotten, Schuhe etc. in großen Mengen in der Region selbst viel günstiger zu bekommen sind.

Wir wollen also lieber mit einem möglichst gut gedeckten Spendenkonto losfahren, als mit Sachspenden.

Wenn ihr also gerne direkte Hilfe und Unterstützung für flüchtende Menschen leisten wollt und sicher sein möchtet, dass diese auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird, würden wir uns sehr über eure finanzielle Unterstützung freuen!

Für die öffentliche Spendensammlung nutzen wir das betterplace Konto einer befreundeten Gruppe: https://www.betterplace.org/de/projects/37084-unabhangige-hilfe-fur-fluchtende-auf-der-balkanroute
Ihr könnt uns aber auch gerne eine Mail schreiben, dann senden wir euch gerne auch direkt die Daten zu unserem eigens dafür eingerichteten Konto zu. (
travelling.bureau@riseup.net)

Jeder Beitrag kann für uns und die, denen wir helfen wollen wertvoll sein!

—————————–English version———————————–

We are four friends from Göttingen who are going to visit the so-called Balkan Route, the main escape route for refugees, at the end of February. On our three week trip, we plan to get a picture of the situation, and to see where and how we can help the refugees.

Our plan is to support refugees en route, and to collect and document our and refugees’ impressions. We will also be travelling in two cars to provide refugees with computers and wireless internet. For refugees, access to the internet is especially important in keeping up-to-date on current escape routes, and especially for contacting friends and family.

We are currently contacting supporters and assistants on the route, as well as building up a network with different organizations and groups. We are also in close contact with other groups from Göttingen who have already visited the route.

For our programme, we lack neither time nor motivation, but to be able to offer practical help and support to people while there, we do need more donations.

All the reports say that it makes no sense to bring a lot of relief items to the area. There are several reasons for this. Firstly, such items make it more difficult to cross the border, because the Balkan countries deny entry to visitors wishing to deliver relief items. Secondly, goods such as blankets, winter clothing and shoes are significantly cheaper to buy in the Balkan countries. As such, we would rather go with a healthy bank balance to offer practical assistance than with goods. However, we would like to be able to bring basic medical supplies like pain killers, bandages, plasters, and disinfectants.

When you would like to offer help to refugees, and be sure that this assistance that it goes directly to people in need, we would be delighted to have your financial support! All donations, no matter how large or small, would be a great help to those who need it!

When you would like to help, you can contact us (travelling.bureau@riseup.net)

For the offical call for donations we use the betterplace account of another group from goettingen. https://www.betterplace.org/de/projects/37084-unabhangige-hilfe-fur-fluchtende-auf-der-balkanroute

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